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Dem Kinderwunsch ein bisschen näher
Univ. Doz. Dr. Nicolas Zech

Um ihren Kinderwunsch zu erfüllen, müssen sich viele Paare einer künstlichen Befruchtung unterziehen mit Follikel Stiumlation und anschliessender Befruchtung der abpunktierten Eizellen mit dem Samen des Partners entweder durch die klassische IVF (In vitro Fertilisierung), bei welcher der Samen direkt den Eizellen zugegeben wird, oder bei sub-optimalem Samenbefund mittels der „Intracytoplasmic Sperm Injection“ (ICSI) oder „Intracytoplasmic Morphologically Selected Sperm Injection“ (IMSI). Danach werden die befruchteten Eizellen für 5 Tage in Kultur gegeben (Blastozysten – Auswahl).

Warum ist eine Blastozysten – Auswahl nach künstlicher Befruchtung sinnvoll?

Insgesamt haben nur etwa 3 Eizellen von durchschnittlich 12 Eizellen, die eine Frau mit regelmäßigem Zyklus pro Jahr produziert (jeden Monat einen Eisprung = 12x Eisprung in einem Jahr) die Potenz, nach Befruchtung sich zu einem Kind zu entwickeln. Ein bis zwei weitere Eizellen können zwar zu einer Schwangerschaft führen, enden jedoch in einem Abort.

Theoretisch können sich fast alle 12 Eizellen (also auch diese, die nicht zu einer Schwangerschaft führen)  bis zum Tag 3 der Embryogenese entwickeln, auch wenn diese nie ein Spermium gesehen haben. Man nennt das Parthenogenese – z.B. durch elektrischen Impuls oder einen anderen Stimulus auslösbar).

Erst anschließend merken die Eizellen, dass das Spermium fehlt. Die 1-2 Eizellen, die zur Schwangerschaft führen können, haben meistens einen chromosomalen Defekt mit Zugewinn von Chromosomen (die häufigsten sind eine Trisomie 21, 13, 16, und 18). Verluste von Chromosomen (Monosomien), die ebenfalls auftreten können, führen normalerweise nicht zu einem positiven Schwangerschafts – Test. Solche Chromosomenstörungen kann man mit der Preimplantation-Genetic-Diagnosis (PGD oder auf deutsch PID abgekürzt) mit der Untersuchung der Polkörperchen bei der Eizelle feststellen.

Chromosomenstörungen häufen sich mit den Lebensjahren, da die Eizellen altern; das ist etwa vergleichbar mit einem Gummi, der nach Jahren brüchig wird und leicht reißt – ev. früher, wenn er extremen Umweltfaktoren ausgesetzt ist (z.B.: Licht [UV-Strahlung], häufige Temperaturschwankungen etc. - vergleichbar mit Rauchen, exzessives Leben, hormonelle Störungen etc.). Jedes Chromosom ist an so einem „Gummi“ fixiert, wenn es reißt, bleibt ein/ mehrere Chromosomen in der Eizelle zurück, somit führt dies gehäuft zu Trisomien oder die Eizelle verliert es (Monosomien). Manchmal sind auch mehrere Chromosomen betroffen, je nachdem, wie viele „Gummis“ reißen und in welche Richtung der „Gummi“ hinspickt.

Man muss auch hinzufügen, dass die Eizellen mit Chromosomenstörungen in den meisten Fällen nicht zur Schwangerschaft führen (negativer Schwangerschafts - Test), da die meisten mehrere Chromosomenstörungen gleichzeitig aufweisen oder Monosomien bestehen.

Ausgenommen sind „lebensfähige Chromosomenstörungen“, wie die Trisomie 21, 13 od 18, die mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten. Aber auch hier erblicken nur die wenigsten Kinder das Licht der Welt, die meisten Schwangerschaften enden in einem Früh - Abort (bis etwa 12-16 Schwangerschaftswoche, meistens früher so etwa um die 4-6 Schwangerschaftswoche)(Abort-Rate >98%).

Somit können wir auch unter den „besten Voraussetzungen“ nie eine 100%ige Schwangerschaft garantieren, sondern nur versuchen, die Embryonen mit der höchsten Potenz zu selektieren. Dies ist nur möglich mit der Beobachtung der Embryonenentwicklung bis zum Tag 5 (Blastozysten – Stadium) - selten Tag 6 (länger geht es nicht, da die Embryonen dann die Gebärmutter benötigen). Wie schon gesagt, können sich auch Eizellen, die nie eine Spermium „zu Gesicht“ bekommen haben, sich bis zum Tag 3 weiterentwickeln, da das Genom vom Samen erst stufenweise ab dem Tag 3 dazuschaltet wird und an der Entwicklung des Embryos zu partizipieren beginnt (= „Late Paternal Effect). Eizellen ohne Samen können am Tag 3 genauso schön ausschauen wie mit Samen befruchtete Eizellen. Am Tag 5, dem Blastozysten – Stadium, sind diese einfach nicht mehr vorhanden, da sich diese ohne Samen nicht mehr weiter entwickeln konnten (aber auch wegen chromosomaler Störungen – Ausnahmen wie gesagt wenige Chromosomenstörungen wie Trisomie 21, 18, 13).

Somit können wir bei z.B. durchschnittlich 12 gewonnenen Eizellen mit Hilfe der künstlichen Befruchtung, auch allgemein als IVF bezeichnet, bei einer jungen Frau eine Schwangerschaftsrate von 80% erreichen mit einer Abortrate von etwa 5-10%, was einer „Baby-Take-Home Rate“ von 70-75% entspricht. Da eine mindestens 20% - 30% Mehrlings-Schwangerschaftsrate besteht, wenn man 2 Blastozysten zurückgibt –bei insgesamt nicht wesentlicher Verbesserung der Schwangerschaftsrate (ev. 5-7% maximal), tendieren wir bei uns in diesen Fällen zu einem elektiven „Single Embryo Transfer“ (eSET) damit der Babywunsch in Erfüllung geht. Ingesamt muss angemerkt werden, dass sich die Chance auf eine Schwangerschaft nicht wesentlich erhöht, wenn man mehr als 2 Blastozysten zurückgibt, jedoch das Risiko für Mehrlinge signifikant ansteigt.
Es hängt nicht nur von der Anzahl gewonnener Eizellen ab, sondern auch von deren Qualität; es gibt Frauen, die nur wenige Eizellen produzieren, jedoch davon die Mehrzahl zur Blastozyste werden (wie bei 12 gewonnenen Eizellen); wie auch Frauen, die 20-30 Eizellen produzieren, aber deswegen nicht mehr Blastozysten sich entwickeln, als wenn 12 Eizellen gewonnen würden. Jedoch kann man das erst beurteilen/ erkennen, wenn man die Blastozysten-Auswahl anwendet – daher: Blastozysten - Auswahl aller befruchteten Eizellen immer empfohlen.

Was haben wir in der neuen Arbeit herausgefunden?
Mit der Blastozysten – Auswahl kann es vorkommen, dass nach Zurückgabe einer Blastozyste in die Gebärmutter ein oder mehrere Blastozysten noch in der Kultur vorhanden sind – das sind ja alles potentielle Wunschkinder. Diese wollen wir natürlich tiefgefrieren, da viele Paare gerne ein Geschwisterchen hätten für ihr Kind oder falls es beim ersten Anlauf nicht geklappt hat, dass man mit diesen Blastozysten beim zweiten Anlauf zum Wunschbaby verhelfen kann. Wir haben mit Dr. Pierre Vanderzwalmen einen der Pioniere in Sachen Tiefgefrieren von Embryonen seit langen in unserem Team. Wir konnten eine neue Klassifikation erstellen, wie man Blastozysten nach dem Auftauen beurteilen soll, damit man die richtige Blastozyste für den Transfer in die Gebärmutter wählt. Somit kann man die Schwangerschaftsraten nochmals verbessern. Unser aller Ziel ist es, den Kinderwunsch der Paare zu erfüllen, wenn möglich immer beim ersten Anlauf!


Anbei die Zusammenfassung aus der Originalarbeit.

Ebner T, Vanderzwalmen P, Shebl O, Urdl W, Moser M, Zech NH, Tews G.
Morphology of vitrified/warmed day-5 embryos predicts rates of implantation, pregnancy and live birth. Reprod Biomed Online. 2009; 19(1):72-8.

Although some post-thaw morphological predictors of pregnancy have been
investigated in slow freezing of blastocysts, no such data have been published for vitrified and warmed blastocysts. Therefore, a prospective four-part score was applied to vitrified/warmed day-5 embryos to evaluate whether certain morphological parameters could serve as predictors of implantation, pregnancy and live birth. All morulae/blastocysts that were considered to be viable after warming were scored according to a previously unpublished grading system based on re-expansion, hatching (out of an artificial gap in the zona pellucida), extensive cytoplasmic granulation and presence of necrotic foci. Overall, 74% (202/273) of the vitrified concepti were found to be viable after warming. Early blastocysts showed better survival versus extended/hatching blastocysts (P < 0.01). Of the morphological parameters analysed, immediate re-expansion (P < 0.05) and hatching (P < 0.001) were positive predictors of the rates of implantation, pregnancy and live birth. The opposite holds for extensive cytoplasmic granulation (P < 0.05), which was negatively related. Accurate scoring of warmed blastocysts (within the first 2 h) allows for prediction of pregnancy outcome, and thus will help to further reduce the number of transferred embryos.


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